Die acht Lieblingslinks der Woche

Text VAN Redaktion · Foto Lines von David DeHoey (CC BY-NC-ND 2.0) · Datum 13.7.2015

Major New Force

Ein 97-jähriger, der 90 Prozent seines Reichtums gespendet hat und ein Rechtswissenschaftler schreiben in der New York Review of Books einen Artikel über eine Bedrohung der Versorgung von wohltätigen Organisationen, Bildungs- und Kulturinstitutionen durch DAF. DAF sind Donor-advised Funds, Fonds der Finanzindustrie, in die man Geld einzahlen kann und dadurch von Steuernachlässen profitiert, als ob man direkt gespendet hätte.

The rise of DAFs is a matter of grave concern because of the heavy reliance on charitable contributions in the US. In other countries it is common for universities, hospitals, art museums, symphonies, and social safety nets to be funded by governments. In the US, charitable organizations, supported by tax-favored private donations, carry out many of the same social functions. The American system depends on an adequate flow of private donations to working charities, and anything that disrupts this flow can have critical consequences for charitable organizations and the people they serve.

Oft wird das Geld dann irgendwann nach den Wünschen der donors auch tatsächlich gespendet, manchmal aber wird es lange gelagert und dann, bevor es einem Gemeinwohl-Zweck zukommen kann, anderweitig verwendet, gepfändet zum Beispiel. So oder so entstehen Lücken, Unterbrechungen, wahnsinnig viele Schlupflöcher (die der Artikel alle beim Namen nennt), Unwägbarkeiten, denen manches zum Opfer fallen wird.

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Goldenes Gehör

Es geht um die Unlust am Komprimierten und Gleichgültigen, den immer noch steigenden Vinyl-Trend und die Lust auf ein gutes Geschäft. Das hat ein paar Leute bei Panasonic dazu gebracht, wieder Technics-Plattenspieler zu produzieren. Die Sparte wird inzwischen geleitet von Michiko Ogawa:

Michiko Ogawa, 54, ist Technics zum ersten Mal in den frühen Achtzigerjahren in den Tokioter Diskotheken begegnet. Damals studierte sie Technik, hatte aber nebenbei schon eine zweite Karriere begonnen: Die Tochter eines Jazzmusikers spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Klavier und begann nach einer klassischen Ausbildung, die Jazzplatten des Vaters Ton für Ton abzuschreiben und nachzuspielen. Als Pianistin und Sängerin veröffentlichte sie bisher 14 Alben.

Sehr schönes Porträt in der brand eins mit viel Industrieästhetik und Kultur(en)-Beobachtung.

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Flüssiges Gallium

Die Berliner Festspiele veröffentlichen im Rahmen des Festivals Foreign Affairs eine Stellungnahme:

Heute Nachmittag (9.7.2016) kam es im Verlauf des Projektes Protektoramae – Forking Horizondes Künstlers Johannes Paul Raether, das im Rahmen des Festivals Foreign Affairs stattfand, zu einem Einsatz von Polizei und Feuerwehr im Apple Store am Kurfürstendamm 26 in Berlin. Wir bedauern diesen Zwischenfall und möchten an dieser Stelle zu seiner richtigen Einschätzung beitragen.

Hier gibt es die ganze Geschichte... Es hört sich nach einer ekzentrischen, aber guten Aktion an; man kann sich beim Lesen aber schon auch vorstellen, warum die Sicherheitskräfte eingegriffen haben. Spätestens die Polizei hätte vielleicht ein bisschen besser zuhören und das Ganze deeskalieren können.

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Stützen des Ensembles

Porträt über zwei Sänger an der Oper Frankfurt; hinter ein paar kleineren Andeutungen erahnt man gute Geschichten.

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Masse und Jähzorn

Nochmal Frankfurt: 7548 Musiker/innen spielen gleichzeitig im Stadion. Die nmz berichtet, ermuntert aber auf Facebook die Leser zum Sich-übergeben. Etwas gelassener und heiterer der FAZ-Kommentar.

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Meteorit(en) der Hochkultur

Das vom Architekten Peter Haimerl entworfene Konzerthaus in Blaibach hat Die Große Nike gewonnen, den Architekturpreis des Bundes Deutscher Architekten, der alle drei Jahre verliehen wird. Hier unter den Bildern in der rechten Spalte auf Bildergalerie klicken.

In Berlin wird gerade die Barenboim-Said-Akademie fertig. Ein Kammermusiksaal für 620 Personen, der die Stadt verändern wird, wie die Überschrift andeutet. Lust auf ein Haar in der Suppe? Der VAN-Artikel über Orientalismus 2.0

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Urheber richten sich an die EU

Urheber richten sich dagegen, dass es die Kunst und Unterhaltung, die sie geschaffen haben, umsonst im Internet gibt und wenden sich mit einer Unterschriftenaktion an die Europäische Kommission. Kann man mal drüber nachdenken und das Thema wurde an dieser Stelle auch schon erwähnt. Hier die Stellungnahmen der GEMA.

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Malinowski hat was neues

Erinnert Ihr Euch noch an unseren Besuch in der Welt von Stephen Malinowski, dem amerikanischen Musik-Visualisierer? Über die Seite Festivalpeak erfahren wir, dass er noch einen Schritt tiefer gegangen ist mit seiner Arbeit. Und wo hinein? In das Wohltemperierte Klavier. Hier geht es zu den Videos.

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